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Zu: Nulpen - Tulpen:
Cola-Dosen klagen über Blech-Arthrosen
Lyrik / Nonsens-Reime über eine Welt, auf die sich eigentlich kein Reim mehr machen lässt. Margot Schroeders aberwitziger Band „Nulpen - Tulpen“ über orientierungslose Subjekte ist erschienen.

Seehundteams tragen Reklame auf den Flossen, der Weihnachtsmann wärmt seinen Po im Sonnenstudio und Cola-Dosen klagen über Blecharthrosen: Schräg und aberwitzig geht es zu in Margot Schroeders neuem Lyrikband mit dem programmatischen Titel „Nulpen - Tulpen“.

Insgesamt 54 Nonsensgedichte sind in dem Buch versammelt, das jetzt im Verlag S. Koenigs erschienen ist. Ebenfalls zwischen die Buchdeckel gepresst: Augenzwinkernde IIlustrationen der Düsseldorfer Cartoonistin Birte Strohmeyer. Ob in ihren Romanen, Kinderbüchern oder aber in ihren Gedichten: Politisches Engament prägt das literarische Schaffen Margot Schroeders. Mit anarchistischem Witz und spitzer Feder schreibt die 64-jährige Autorin gegen soziale Ungerechtigkeiten an. Die Kritik ist dabei immer auch mit Utopie gepaart: In Schroeders Texten lässt es sich leben, - da es immer auch Menschen gibt, warmherzig beschriebene Figuren, denen zu trauen ist, die ein Beispiel sind für ein solidarisches Zusammenleben, für den aufrechten Gang. Das ästhetische Prinzip ihrer bisherigen Lyrik: der Jazz. Improvisationen, schnelle Wendungen, abgekürzte Geschichten, nur angedeutete Stimmungen.

Mit „Nulpen - Tulpen“ setzt Margot Schroeder nun auf einen neuen Stil: den Rap. Auf Lesungen hat sie ihre Texte schon getestet, - sie teilweise in rhythmischem Sprechgesang vorgetragen: schnell, getrieben und auf hypnotisierende Weise monoton.
In Orientierung an den „Rap“ wird drauf los gereimt. Überdreht und verspielt wird der eigene Wortschatz durcheilt und auf seine Reimtauglichkeit durchgecheckt: „Ein Geldsack hat sich vorgenommen nicht als Griesgram zu verkommen. Auf einer Therapeutenliege treibt er qualvoll Selbstintrige.“
Mit Nonsens-Reimen rückt Schroeder einer Welt zu Leibe, auf die sich letztlich gar kein Reim mehr machen lässt: Orientierungslos trudeln die Subjekte in ihren Gedichten durch die bunte Warenwelt der Schnäppchenangebote, junge Frauen trimmen sich mit Magersucht auf linientreue Modelbäuche und einsame Herzen verlieren sich im Internet. Traurig ist Schroeders Blick auf die Welt, - lustig ihr neuer Lyrikband.
Arndt Stermann, NRZ 2001.
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