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Stimmen zu Testament der Augenblicke


Margot Schroeders Poem „Testament der Augenblicke“ ist eine dichterische, verdichtete Vergegenwärtigung des Vergangenen, das im Kopf, im Fühlen und Denken der Betroffenen ein Leben lang gegenwärtig ist. Dabei wird die aktuelle Gegenwart keineswegs ausgespart, ist vielmehr im Hintergrund ständig anwesend mit ihren bedrängenden Eindrücken. Zitat: „ ... in den Fußgängerzonen kleben Modeschreie/an Kleiderständern fest/ mein Kopf führt Orte spazieren/ die es nicht gibt... Meine Haut ein Gewirr aus Falten und Dellen/ ohne Fluchtpunkt- ohne Ziel/ ein ampelloses Chaos aus Geschichte.“
Das ist die eine Ebene des langen, rhythmischen Gedichts: das alt gewordene Kind vor dem Spiegel, das die Welt nicht mehr versteht. – Und dagegen geschnitten, ganz unmittelbar präsent, das Kind das seine ersten Fragen stellt, Fragen, die nie beantwortet wurden: „Warum heißen Sirenen/Sirenen – Mama?“

Horst Landau „Antenne Düsseldorf“


Ein Testament muss nicht unbedingt mit einem Trauerfall verbunden sein. Manchmal handelt es sich auch um einen Glücksfall. So ein Glücksfall ist Margot Schroeders neues Buch „Testament der Augenblicke“. Die Schriftstellerin und Lyrikerin, vor 74 Jahren in Hamburg geboren, „vererbt“ uns darin wunderbar komische, tieftraurige, anrührende, überlebensmutige und angstschlotternde Augenblicke einer Kindheit in Krieg- und Nachkriegszeit. Sie sind verwoben mit den Bildern ihrer Gegenwart, die sie ebenso scharfzeichnet: mit nichts verharmlosender Leichtigkeit und spielerischer Genauigkeit, die uns das Gezeigte schmunzelnd zu Herzen gehen lässt. Für Augenblicke zeigt uns Margot Schroeder das Kriegskind, das im Bunker unter seinem „Freund“, dem Stahlhelm, Schutz sucht. Das unbeirrbar lebendige Staunen ihrer Sprache hilft uns, selbst dem alltäglichen Sterben dieser Jahre ins Auge zu blicken, so wie es vielleicht auch dem kleinen Mädchen Margot geholfen hat, das die verdunkelten Fenster der Bombennächte an ein Blinde-Kuh-Spiel denken ließ und das sich Gedanken darüber machte, ob Bombenteppiche die Häuser schöner machen sollen. Das Staunen ist ihr geblieben, als „kleiner Baum mit Jahresringen“, der seine Erinnerungen und Gegenwart mit Worten malt, so dicht und so schön, dass man nach 94 Seiten das kleine Buch schütteln möchte, damit noch ein paar ungelesene Seiten herausfallen.

Ulrike Friebel
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