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Margot Schroeders Sprachwitz sorgt immer wieder für Überaschungen in den Gedichten. Mit schrägen Bildern nimmt sie die Vorläufigkeit unserer Verständigung hoch.
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Alexander von Bormann in "die horen"
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Eigentlich gibt es ihn nicht – den Uhrzeigersinn. Aber er kann alle anderen Sinne schärfen, weil wir wissen, dass Sehen, Hören und Fühlen für uns irgendwann ein Ende haben werden. Margot Schroeder schreibt Lyrik mit allen Sinnen. Ihr neuer Gedichtband enthält eindrucksvolle Collagen mit verblüffenden Zutaten wie Badekappen, Terminkalendern des Herzens oder einem Regenschirm im Magen. Gedichte gegen den Uhrzeigersinn, in denen unverhofft doch wieder blühende Gänseblümchen über Gänsehäute lachen. Gleich ins erste kräht der Kasper die Frage: „Bist Du noch da?“ und erhält die beruhigende Antwort „Ja, ich bin noch da“ (Teil 1: Gegen den Uhrzeigersinn). In Teil 2 (Siebter Himmel ade) erfahren wir, dass auch das Glück des „Wir“ noch da ist „in der Änderungsschneiderei Leben“, auch wenn „die Liebe auf den Sohlen der Vergänglichkeit geht, um nicht zu stolpern.“ Im 3. Teil (Die Weite ein Lächeln) sehen wir in skurril liebevollen Detailaufnahmen Bilder von Reisezielen wie Ägypten, Sylt oder Venedig. In diese filigranen, kontemplativen Gebilde schrillt unweigerlich immer wieder der neueste Handyton oder das batterieerschöpfte Piepen einer auf der Datenbahn ausgebremsten Computermaus. Margot Schroeder lebt mit allen Sinnen im 21. Jahrhundert, und da trällern die Nachtigallen schon mal mit Apps ihr Urheberrecht ins Netz. Es ist ein Genuss, durch dieses Bändchen zu spazieren, mit jedem Umblättern stolpert man in eine Überraschung oder bleibt in der Eigensinnigkeit einer Wortschöpfung stecken.
Ulrike Friebel