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Prolog

Schwül heute
Bäume ducken sich
in den Fußgängerzonen kleben Modeschreie
an Kleiderständern fest
mein Kopf führt Orte spazieren
die es nicht gibt.
Was ist ein Tag?
Ein Rendezvous mit Wetter
ein Fresser der Augenblicke
oder ein Zeitkiller mit Uhrbatterie?
Dieses Gestrüpp aus Weglosigkeit
kein Durchkommen mehr.
In den Gehörgängen tobt der Verkehr
in den Gehirngängen plaudern
die Vernissagen der Werbetafeln
in den Augenkanälen versinken
die Happyends der Fernsehspiele
im Rückgrat tauschen Identitäten
ihre Gebetsmühlen jeden Tag gegen neue aus.
Ich weiß nicht mehr wer ich bin.
Meine Haut ein Gewirr aus Falten und Dellen
ohne Fluchtpunkt – ohne Ziel
ein ampelloses Chaos aus Geschichte.
webdesign by Uwe Schroeder
Fotografie
Elektroschocks die Erinnerungen
im Fleischwolf des Lebens
zerhackte Filmszenen hinter meiner Stirn
Bilder und Worte mit Wahrheit gewürzt
abgeschmeckt mit dem weichen Brot der Fiktion.

Szene 1

Warum heißen Sirenen
Sirenen – Mama?
Sie heulen wie Wölfe
sie werden uns überfallen und beißen.
Sie knurren sie bellen sie fauchen– Mama.
Es waren Bombengeschwader
die über Hamburg kreisten
es war die Flakabwehr
die den Himmel mit Scheinwerfern bespritzte.
Mein Bruder Bernd und ich aus dem Schlaf gerissen
schreiend und die Augen verquollen.
Schnell schnell – schrie meine Mutter
bald regnet es Bombenteppiche.
Ich begriff nicht
warum meine Mutter uns hetzte
Bombenteppiche klang beruhigend für mich.
Sie würden in die Wohnungen fliegen
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